PARKINSON-Krankheit Übersicht:
Parkinson-Krankheit –
Die Einleitung James
Parkinson wurde am 11.04.1755 in Hoxton, einem Londoner Vorort als Sohn eines
Praktischen Arztes geboren. 1817 verfasste er seinen berühmten „Essay on the
shaking palsy“. In dieser Schrift beschreibt er 6 Patienten, viele der
wesentlichen Symptome stellte er dort bereits zusammen. Von „shaking palsy“
leitet sich auch der irreführende Begriff der „Schüttellähmung“ ab. Weder
treten aber bei der Parkinson-Krankheit Lähmungen auf noch findet sich immer
das Zittern. Nachdem
in den westlichen Industrieländern die Lebenserwartung ständig steigt und die
Parkinson
- Syndrome – Die Einteilung Die
Parkinson-Krankheit im engeren Sinne wird heute meist als idiopathisches Parkinson - Syndrom (IPS) bezeichnet. Dabei sind
verschiedene Erkrankungen abzugrenzen, die zu einem ähnlichen Erscheinungsbild
führen können, beispielsweise die progressive supranukleäre Blickparese (Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom)
und die Multisystematrophien.
Tabelle:
Klassifikation der Parkinson-Krankheit: Syndrome nach Ursachen
1. Idiopathisches Parkinson - Syndrom (Parkinson-Krankheit)
2. Idiopathische
Parkinson - Plus - Syndrome 3. Sekundäre (symptomatische) Parkinson - Syndrome „Idiopathisch“
heißt, dass die Ursache der Erkrankung noch nicht geklärt ist,
„symptomatisch“ heißt, dass die Symptome des vorliegenden Parkinson -
Syndroms Folge einer anderen Erkrankung sind. Von einer Parkinson-Krankheit dürfen wir in diesem Falle also nicht sprechen. Die
Symptomatik der Parkinson-Krankheit unterscheidet sich meist von den unter 2.
und 3. genannten Erkrankungen. Hinweisend auf die Parkinson-Krankheit sind der
meist einseitige Beginn der Erkrankung und auch im Verlauf Fortbestehen einer
Seitenasymmetrie. Weiter können der Ruhetremor und das gute Ansprechen auf
L-Dopa auf die Parkinson-Krankheit im engeren Sinne
hinweisen.
Die
folgenden Ausführungen beziehen sich alleine auf die Parkinson-Krankheit,
nicht die Parkinson - Plus - Syndrome oder die sekundären Parkinson - Syndrome.
Zu den unter 2. und 3. zusammengefassten Erkrankungen sind weitere Informationen
in Vorbereitung. Eine weitere Einteilung erfolgt
nach der Schwere der Parkinson-Krankheit. Dabei hat sich eine grobe Einteilung
der Stadien nach Höhn und Yahr (1967) durchgesetzt. Stadium I: Einseitiger Befall.
Parkinson-Krankheit: Symptome
Als
die 4 Kardinalsymptome der Parkinson-Krankheit werden angesehen: Unter Bradykinese versteht man die Verlangsamung der Einleitung von Willkürbewegungen bei der Parkinson-Krankheit. Hierzu gehören auch die gebeugte Körperhaltung, wobei sämtliche großen Gelenke in Beugung gehalten werden. Meist beginnt die Parkinson-Krankheit im Bereich der Arme und Schultern mit Andrücken des Oberarms an den Körper und leichter Beugung im Ellenbogengelenk. Die oft geklagten Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich der Patienten sind einerseits durch die Körperhaltung, andererseits durch die unten dargestellte Steifigkeit, den Rigor, bedingt. Ein bis zwei Jahre später kann ein Nachziehen eines Beines hinzukommen, und das Gangbild wird kleinschrittiger. Später werden eine Starthemmung und die Unfähigkeit, rasch anzuhalten, bemerkt. Bei Wendebewegungen benötigen Patienten vermehrt Zwischenschritte. Charakteristisch ist das mangelnde Mitpendeln zunächst eines Armes. Im Gesicht ist die Parkinson-Krankheit durch eine verminderte Mimik (= Hypomimie) zu erkennen. Die Mundwinkel stehen still und die Lidschlusshäufigkeit nimmt ab. Durch die Starre der mimischen Muskulatur werden die Patienten oft fälschlicherweise als teilnahms- und interesselos angesehen, was in der Kommunikation ein erhebliches Problem darstellt. Der
Patient mit Parkinson-Krankheit kann seine Emotionen nicht mehr ohne weiteres
wie sonst selbstverständlich ausdrücken. Ein vermindertes Schlucken führt zur
Vermehrung des Speichels im Mund, nicht eine vermehrte Produktion des Speichels.
Die koordinative Beweglichkeit und Geschicklichkeit wird zunehmend schwerer,
beispielsweise beim Handarbeiten oder Knöpfen. Im Verlauf treten Probleme beim
Gehen durch eine enge Tür auf, die Patienten können schlecht über Schwellen
gehen. Der Rigor
ist eine Steifigkeit der Muskulatur, die beim passiven Durchbewegen von Armen
und Beinen bei der Parkinson-Krankheit auffällt. Es erscheint, als ob ein wächserner
Widerstand vorliegt. Oft, insbesondere im Handgelenk wird ein so genanntes
Zahnradphänomen festgestellt. Hierbei hat der Untersucher den Eindruck, im
Gelenk sei ein Zahnrad, über dessen Zähne hinwegbewegt wird.
Es handelt sich
beim Tremor der Parkinson-Krankheit in der Regel um einen
Ruhetremor. Die
Finger, die Hand oder der Arm, zittern langsam, während der Körperteil
eigentlich in Ruhe ist. Aber auch im Bereich der Beine kann der Tremor
vorliegen. Der Tremor beginnt meist einseitig und weist in der Regel eine
Frequenz von 4 – 5 Hz, also 4 – 5 Zitterbewegungen pro Sekunde, auf. Bei
psychischer Belastung, beispielsweise bei der ärztlichen Untersuchung oder bei
Anspannung kann der Tremor deutlicher werden. Bei gezielten Bewegungen des
betroffenen Armes oder Beines verschwindet er. Neben dem Ruhetremor ist aber
auch gelegentlich ein Haltetremor zu finden, so dass mitunter die Unterscheidung
zu anderen Formen des Zitterns schwer fällt.
Die
posturale Instabilität, die Instabilität in der Körperhaltung, lässt
sich dadurch nachweisen, dass der aufrecht stehende Patient auf ein Schubsen
nach vorne, hinten oder zur Seite unsicher reagiert, und allenfalls durch einen
Ausfallschritt das Fallen verhindern kann. Es tritt in der Regel nicht am Anfang
der Erkrankung auf. Auch die so genannte Festination, die sich dadurch
auszeichnet, dass der schwerer betroffene Parkinson - Patient beim Gehen immer
schneller wird, dann die Beine nicht mehr nach vorne bekommt und zu Fall kommt,
gehört dazu. Als sogenannte vegetative Zeichen sind die vermehrte Talgproduktion im Gesicht (Seborrhoe) mit der Folge des Salbengesichtes und oft beobachtete Kreislaufregulationsstörungen zu nennen. Letztere sind durch einen niedrigen Blutdruck, besonders beim schnellen Aufstehen gekennzeichnet.
Sprechstörungen
zeigen sich bei der Parkinson-Krankheit
in Form einer zunehmend leisen und
monotonen Sprache. Typisch ist auch, dass der Patient gegen Ende eines Satzes
immer schneller wird und dann Wortteile auslässt. Wir sprechen dabei auch von
einer „Festination der Sprache“.
Etwa
40% der Patienten entwickeln eine Depression. Oft geht sie der Parkinson-Krankheit sogar voraus. Bei etwa 20% der Patienten treten Störungen des
Gedächtnisses auf, die sich bis zu einer Demenz hin entwickeln können. Parkinson-Krankheit: Die Diagnose
Typisch für die Diagnose der Parkinson-Krankheit (idiopathisches Parkinson -
Syndroms) sind:
Zu
den Ausschlusskriterien gehören
Bei jüngeren
Personen ist der Ausschluss einer Kupferstoffwechselstörung durch die Analyse
von Kupfer und Coeruloplasmin notwendig zum Ausschluss eines Morbus Wilson.
Gelegentlich
kann es sinnvoll sein, eine Isotopen-Untersuchung durchzuführen, das sogenannte
IBZM-Spect. Hierdurch werden die Dopaminrezeptoren im Striatum, in den
sogenannten Basalganglien, dargestellt. Patienten mit primärer
Parkinson-Krankheit, weisen bis auf die Spätstadien ein
normalen Dopamin-Rezeptorenbesatz auf, was im Gegensatz zum Patienten mit
Multisystematrophie steht.
Parkinson-Krankheit: Vermutete Ursachen
Als
Ursache der
Parkinson-Krankheit ist ein Untergang von Nervenzellen im
Hirnstamm bekannt. Genauer heißt die betroffene Struktur im Hirnstamm Substantia nigra, die schwarze Substanz. Diese Nervenzellen produzieren eine Überträgersubstanz,
das Dopamin. Über Ausläufer der Nervenzellen, die Axone, wird Dopamin in die
Basalganglien, ein Kerngebiet in der Tiefe des Großhirns, transportiert und
dort freigesetzt. In den Basalganglien heißt die Zielstruktur Striatum. Durch
den Untergang der Zellen in der Substantia nigra kommt es zu einem Mangel an
Dopamin im Striatum.
Warum
es aber zu dem Untergang der Nervenzellen bei der
Parkinson-Krankheit kommt
ist bis heute nicht bekannt. Es gibt verschiedene Modelle. So werden als auslösend oder am Krankheitsprozess beteiligt diskutiert. Aufbauend auf diesen Aspekten wurden und werden verschiedene medikamentöse Therapiekonzepte erarbeitet.
Mit
den besten Wünschen, insbesondere für Ihre Gesundheit
Dr. med. Carsten Schröter Chefarzt
der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
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