Übersicht:
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit – Einleitung
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit – Training motorische
Funktionen durch Physiotherapie und
Ergotherapie
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit – Therapie der Sprech- und
Schluckstörungen durch Logopädie
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit – Krankheitsverarbeitung –
Die psychologische Betreuung
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit – Sozialmedizinische Gesichtspunkte
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit
– Einleitung
Die
Behandlung in der Rehabilitation der Parkinson-Krankheit setzt sich aus der medikamentösen
Einstellung, der Krankengymnastik (Physiotherapie), Ergotherapie und Logopädie
zusammen. Nicht vergessen werden dürfen aber bei Bedarf auch Psychologie und
die Sozialarbeit. Im folgenden sollen die verschiedenen Bereiche kurz
dargestellt werden. Da die medikamentöse Behandlung der Parkinson-Krankheit
viele verschiedene Substanzen umfasst, wurde für diesen Bereich die
Darstellung auf einer separaten Seite (www.krankheit-parkinson.de/medikamente)
gewählt.
Die
Behandlung muss unter regelmäßiger ambulanter neurologischer oder nervenärztlicher
Behandlung erfolgen. Die verschiedenen Therapiefacetten haben die Aufgabe die
Funktionen und die Selbständigkeit zu erhalten. Zudem sind aber zur
Verbesserung latent vorhandener Funktionen zeitlich begrenzte stationäre
Behandlungen in mit dem Krankheitsbild erfahrenen
Rehabilitation
skliniken
notwendig. Hier werden neben einer weiteren Anpassung der Medikation auch die
übrigen oben genannten Therapien häufiger und intensiver als ambulant möglich
durchgeführt.
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit
–
motorische
Funktionen durch Physiotherapie und Ergotherapie
Zu den
wesentlichen Zielen der Rehabilitation zählt es, die motorischen Funktionen zu erhalten, die
Haltungsregulation zu aktivieren. Es sollen die motorische Reaktionsfähigkeit
verbessert und die Tonusverhältnisse reguliert werden. Der Bewegungsantrieb und
Bewegungsfluss kann durch innere und äußere Taktgebung optimiert werden.
In der
Frühphase des Parkinson - Syndroms, in der der Patient voll belastet werden
kann, setzt die aktive Physiotherapie an den Kardinalsymptomen, Akinese, Rigor
und Tremor an. Ziel ist es, die gewohnte Lebensführung und gegebenenfalls die
Berufstätigkeit möglichst lange zu erhalten. In diesem Stadium sind auch
Gruppentherapien möglich. Bei Fortschreiten der Erkrankung, insbesondere beim
Auftreten von Fluktuationen, also Wechsel des Ausmaßes der Symptomatik, muss
die Krankengymnastik vorwiegend als Einzeltherapie erfolgen. Bei Vorliegen
akinetischer Störungen wird die Korrektur von Sitz, Körperhaltung und Gang,
eventuell auch an der Hypomimie
(=
verringerte Ausdrucksbewegungen)
gearbeitet.
Es
erfolgt das Beüben von Lagewechsel, Bewegungsübergängen und
Gleichgewichtsreaktionen im Stand. Im Rahmen der Gangschulung werden die Verlängerung
der Schrittlänge, Verbreitung der Spurbreite, Sicherheit beim Richtungswechsel,
Übungen von Engpasssituationen, z.B. Gehen durch Türen und über Türschwellen
sowie das Treppensteigen geübt. Beim Rigor werden hauptsächlich die sich
daraus ergebenden Störungen der Bewegungen trainiert. Hierzu zählen
beispielsweise die Drehbewegungen von Kopf und Rumpf. Zum besseren
Aufrechterhalten der erlernten Bewegungsabläufe ist es vorteilhaft, die
Bewegungen regelmäßig durchzuführen und sie mit zusätzlichen stimulierenden
Techniken zu koppeln. Dies können besonders bei Problemen, Bewegungen zu
beginnen - der so genannten Starthemmung - akustische, visuelle, taktile Reize
sein oder spezielle Fremd- oder Eigenkommandos.
Ein
weiterer Schwerpunkt in der Rehabilitation liegt in der meist ergotherapeutisch betriebenen
Verbesserung der Feinmotorik. Es werden, da Zielbewegungen oft zu kurz durchgeführt
werden, großflächige Bewegungen geübt.
Besonders
quälend für den Patienten kann der Tremor sein. Die Physiotherapie kann ihn
zwar nicht unterbinden, aber durch besondere Strategien mindern. Hierzu gehören
z.B. beim Schreiben das feste Drücken der Unterarme auf eine Unterlage. Ein
Beintremor kann durch Drücken der Beine an das Stuhlbein gemindert werden.
Bei
Patienten mit einem leichten Parkinson-Syndrom kann das Laufband Einsatz finden.
Bei Patienten mit schweren Gang- und Gleichgewichtsstörungen kann der
Gangtrainer von Bedeutung sein. Bei dem Gangtrainer handelt es sich um ein Gerät,
in dem der Patient durch einen Gurt gesichert wird. Die Gehbewegungen werden
durch bewegliche Plattformen für beide Füße unterstützt (s. u.). Sowohl nach
dem Üben im Gangtrainer wie auf dem Laufband sollte sich eine Behandlung des
Gehens auf normaler Ebene anschließen.
Der
Gangtrainer
Ergänzend
kann unter Ausnutzung des Auftriebs das Bewegungsbad sinnvoll sein. Bewegungen
sind dort leichter möglich. Im Wasser ist eine Muskelentspannung zu erreichen,
die Rigor und Schmerzen durch Verspannungen lindern kann.
Wegen
der oft beobachteten Kreislaufregulationsstörungen mit niedrigen
Blutdruckwerten, die besonders beim schnellen Aufstehen zu Problemen führen können,
werden zudem Kneippsche Güsse angewendet. Aus dem gleichen Grunde heraus ist
Wassertreten anzuraten. Durch Bewegungsmangel können weiter Schmerzen und
Kontrakturen auftreten. Durch regelmäßige Physiotherapie kann diesen Störungen
vorgebeugt werden. Auch wird die Belüftung der Lunge gefördert.
Rehabilitation bei
Parkinson-Krankheit – Therapie der Sprech- und Schluckstörungen durch Logopädie
Der
Verlauf der Parkinson-Krankheit geht in nahezu allen Fällen mit Störungen des
Sprechens und in etwa 30-50% der Fälle mit Störungen des Schluckens einher.
Die Stimme ist rau und verhaucht. Die Sprachgeschwindigkeit ist oft hoch und
nimmt während des Sprechens noch zu. Durch eine medikamentöse Behandlung kann
die Schwere deutlich gemindert werden. Zusätzlich kann bereits in der Frühphase
der Erkrankung eine sprechtherapeutische Behandlung einsetzen, um dem Patienten
übende und kompensierende Verfahren zum möglichst langen Erhalt seiner Fähigkeiten
zu vermitteln. Die Sprechstörung hat ihre Ursache in den Bereichen der
Sprechmotorik, der Stimmgebung und der artikulatorischen
Bewegungsprogrammierung.
Ebenso
ändert sich die beim Gesunden selbstverständlich und unbewusst korrekt
durchgeführte Steuerung des Atmens, was Auswirkungen auf das Sprechen hat.
Diese Bereiche wie auch die Schluckstörungen stellen Aufgabenbereiche der Logopädie
dar. Dabei ist das symptomorientierte Üben von Atmung, Stimmgebung und
Artikulation ein zentraler Bestandteil. Durch spezielle Schlucktechniken werden
gestörte Funktionen kompensiert. Wichtig ist auch die Beratung des Betroffenen
und seiner Angehörigen. In ein Kommunikationstraining können neben dem
Patienten auch die Angehörigen einbezogen werden. Das
Lee-Silverman-Voice-Treatment erscheint als geeignetes Therapiekonzept zur
Behandlung von Respirations- und Phonationsstörungen. Weitere
Informationen zum Lee-Silverman-Voice-Treatment finden Sie auf unserer
Seite www.krankheit-parkinson.de/lsvt
Hinsichtlich
des Schluckens fallen gestörte Kontrolle und Transport der Speise im Mund auf,
bedingt durch eine eingeschränkte Beweglichkeit von Zunge, Unterkiefer und
Gaumensegel. Speisen, Flüssigkeit und Speichel bleiben im Rachenbereich hängen.
Die Kehlkopfhebung und der Verschluss des Kehldeckels sind verlangsamt. Hier
liegt der Schwerpunkt vor allem auf kompensatorischen Maßnahmen. Diese
beinhalten die Verordnung geeigneter Diäthilfen, die Arbeit an der Körperhaltung
und an der Positionierung der Nahrung sowie das Einüben spezieller
Schlucktechniken.
Rehabilitation - Parkinson-Krankheit
– Krankheitsverarbeitung – Die psychologische Betreuung
in
der Rehabilitation